Lara Mächler

妙静 - Miào Jìng

TCM-Therapeutin

2022 bis 2024
Chinesische Arzneitherapie an der Chiway Akademie Winterthur

2024
Dipl. TCM-Mykotherapeutin GFVS

2017 bis 2022
Dipl. Heilpraktikerin der Chinesischen Medizin HPS in Akupunktur und Tuina an der Heilpraktikerschule in Ebikon

Mitgliedschaften
A-Mitglied TCM Fachverband
A-Mitglied NVS Naturärzte Vereinigung Schweiz

Vertiefungsmodule

Weiterbildungen

Was ist meine Aufgabe als Therapeutin?

Und vielleicht noch grundlegender: Warum bin ich überhaupt Therapeutin geworden?Sich als Mensch begegnen.


Die Rolle von Therapeutinnen und Therapeuten wird heute häufig missverstanden – manchmal von aussen, manchmal auch von uns selbst. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass wir vor allem eines sind: Menschen. Menschen mit Geschichten, Erfahrungen, Stärken und Schwächen. Mit Prägungen, die unseren Blick auf die Welt formen.


Auch Therapeutinnen und Therapeuten sind davon nicht ausgenommen.


Niemand von uns ist allwissend. Niemand von uns steht ausserhalb des Lebens oder betrachtet es von einer höheren Warte aus. Wir alle gehen unseren Weg zum ersten Mal. Niemand von uns wandelt ein zweites Mal durch dieselbe Situation auf dieser Welt.


Was also bleibt als Aufgabe?


Im Englischen gibt es einen Ausdruck, der für mich sehr treffend beschreibt, worum es eigentlich geht: holding space. Raum halten. Raum ermöglichen.


Ich bin da, um zuzuhören. Um einen Raum zu schaffen, in dem sich ein Mensch zeigen darf – mit allem, was gerade da ist. Ohne bewertet oder korrigiert werden zu müssen.


Der Psychologe C. G. Jung hat diese Haltung einmal in einem Satz zusammengefasst, der mich bis heute begleitet:


“Know all the theories, master all the techniques, but as you touch a human soul, be just another human soul.”


Wir können Theorien studieren, Techniken erlernen, Diagnosen stellen und Methoden perfektionieren. All das hat seinen Platz und seinen Wert. Doch in der Begegnung zweier Menschen verliert dieses Wissen seine Bedeutung, wenn wir vergessen, wer wir selbst sind: ein Mensch, der einem anderen Menschen begegnet.


Genau dort beginnt für mich Therapie.


Ich halte keinen Zauberstab in der Hand, und es wäre weder ehrlich noch fair zu behaupten, Heilung läge in meiner Macht. Heilung geschieht nicht durch mich – sie entsteht im Menschen selbst. Meine Aufgabe ist es lediglich, Impulse zu setzen: durch ein Gespräch, durch eine Nadel, durch eine Berührung. Kleine Inputs, die etwas im System in Bewegung bringen können.


Die chinesische Medizin beschreibt dieses Prinzip sehr schön: Ein kleiner Impuls kann einen Prozess anstossen, der sich im ganzen Organismus entfaltet.


Natürlich können Nadeln, Kräuter oder manuelle Techniken bei Beschwerden helfen. Doch häufig versucht der Körper uns mit seinen Symptomen auch mitzuteilen, dass etwas Tieferes aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn eine Therapie beginnt, wird deshalb oft mehr in Bewegung gebracht als nur ein einzelnes Symptom.


Ich denke dabei immer langfristig.


Ich glaube, dass eine der grossen Aufgaben unseres Lebens darin besteht, uns zu entwickeln und unser eigenes Potenzial zu entfalten. Nicht perfekt zu werden – sondern uns selbst besser zu verstehen und unserem eigenen Weg näher zu kommen.


Meine Rolle sehe ich darin, Menschen auf diesem Weg ein Stück zu begleiten.


Nicht als jemand, der alles weiss.  

Sondern als jemand, der zuhört, beobachtet und einen Raum hält, in dem etwas entstehen darf.


Manchmal beginnt mit einer therapeutischen Begegnung ein Prozess, der über das ursprüngliche Anliegen hinausgeht. Doch dieser Prozess gehört immer dem Menschen selbst. Meine Rolle besteht lediglich darin, ihn ein Stück zu begleiten und Impulse aus der chinesischen Medizin einzubringen.


Und manchmal brauchen wir alle einen Menschen von aussen, der uns mit etwas Abstand betrachtet und einen neuen Impuls setzt. Das gilt für mich genauso wie für jeden anderen. Auch ich bin Teil dieses Lebens, mit meinen eigenen Fragen, Fehlern und Lernprozessen.


Wir sind hier, um einander zu begegnen. Um einander zu unterstützen und gemeinsam weiterzukommen.


Nicht als jemand, der über anderen steht.


Sondern als Mensch, der einem anderen Menschen ein Stück seines Weges begegnet.